Nuklearmedizin

Nuklearmedizinische Untersuchungen

Atmungssysteme

Lungenszintigraphie 
  • Ventilation
  • Perfusion

Dauer: 2 Stunden

Vorbereitung: keine Vorbereitung notwendig, kurzfristige Durchführung der Untersuchung


Die regionalen Belüftungsverhältnisse der Lunge lassen sich mit einer Lungenventilationsszintigraphie oder einer Lungeninhalationsszintigrafie bildlich darstellen und auch quantifizieren. Für die Ventilationsszintigraphie atmet der Patient ein Gasgemisch ein, das eine radioaktive Komponente enthält. Dabei wird üblicherweise ein Aerosol mit 99mTechnetium markierten Partikeln verwendet, das zwar nicht so tief in das Bronchialsystem eindringen kann wie ein Gas, bei erheblich niedrigerem technischen Aufwand aber vergleichbare Untersuchungsergebnisse zeigt. Mit einer Gammakamera werden dann dreidimensionale Bilder in SPECT-Technik angefertigt.

In der Lungenperfusionsszintigraphie werden die Durchblutungsverhältnisse der Lunge bildlich dargestellt. Sie lassen sich ebenfalls regional quantifizieren. Hierbei werden mit 99mTechnetium markierte partikel intravenös injiziert. Diese Partikel führen zu multiplen Mikroembolien in den durchbluteten Lungenabschnitten, welche aber aufgrund der geringen Stoffmenge hämodynamisch nicht wirksam sind. Die Aufnahmen erfolgen wiederum in SPECT-Technik.

Wann wird die Untersuchung veranlasst?

Die häufigste Indikation zur Lungenszintigrafie ist der Verdacht einer Lungenembolie. Hierbei wird üblicherweise mit geringer Radioaktivität eine Untersuchung der Belüftung durchgeführt, anschließend mit etwas höherer Aktivität die Lungenperfusionsszintigraphie. Beide Aufnahmen werden miteinander verglichen. Finden sich Areale, die zwar gut belüftet, aber schlecht durchblutet sind, so muss der Befund als Lungenembolie interpretiert werden. Finden sich Lungenabschnitte, die sowohl schlecht belüftet, als auch schlecht durchblutet sind, so können zum Beispiel Atelektasen oder Infiltrate durch eine Lungenentzündung vorliegen. Areale mit schlechter Belüftung, aber guter Durchblutung finden sich zum Beispiel bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Im günstigsten Fall liegt bei der Befundung der Lungenszintigraphie ein Röntgenbild der Lunge vor.

Seltener wird die Lungenperfusionsszintigraphie zur Abschätzung der postoperativen Lungenfunktion vor einer geplanten Lungen-Teilresektion durchgeführt.

Kontraindikationen:

Eine Schwangerschaft gilt mit wenigen Ausnahmen als absolute Gegenanzeigen für nuklearmedizinische Untersuchungen, Stillzeit als relative Kontraindikation. Nach einer Lungenszintigraphie soll die Stillende für 48 Stunden die Milch abpumpen und verwerfen.

Untersuchungsablauf:

In der Regel wird die kombinierte Untersuchung von Ventilation und Perfusion durchgeführt.

Ventilationsszintigraphie:
  • Inhalation des Aerosol über eine Dauer von 10 Minuten in aufrechter Position über ein Mundstück bei verschlossener Nase
  • Aufnahmen in 6 Richtungen
  • Perfusionsszintigraphie:
  • Injektion eines schwach Radioaktiven Stoffes in die Armvene
  • mehrfach tief durchatmen
  • Aufnahmen in 6 Richtungen
Strahlenexposition:

Die Strahlenexposition für den Patienten bei einer Lungenszintigraphie ist relativ gering. Sie liegt mit 1,5 mSv für eine typische Untersuchung mit Lungeninhalations- und Lungen-perfusionsszintigraphie, die jeweils mit 99mTechnetium durchgeführt werden, zwar oberhalb derjenigen für ein Röntgenbild der Lunge in zwei Ebenen, aber deutlich unterhalb derjenigen für eine Computertomographie des Thorax.

Entzündungen

LeukoScan

Dauer: 3–6 Stunden

Vorbereitung: Vorgespräch

Ein Antikörper ist eine vom Körper produzierte natürliche Substanz, die sich an Fremdsubstanzen bindet, um diese aus Ihrem Körper zu entfernen. Sie selbst produzieren eine Vielzahl von Antikörpern. LeukoScan ist ein spezifischer Antikörper, der sich an die Oberfläche bestimmter Blutzellen, Leukozyten genannt, bindet. Wenn dieser Antikörper mit dem radioaktiven Isotop Technetium gemischt und in die Vene injiziert wird, erkennt er eine abnorme Ansammlung von weißen Blutzellen und bindet sich daran.

Was ist die Indikation für diese Untersuchung? 
  • Darstellung entzündlicher Prozesse mittels in vivo Darstellung von Granulozyten
  • Knochenmarksdarstellung 
Wie ist der Ablauf der Untersuchung?

Zur Darstellung der Entzündung werden Aufnahmen 4 und gegebenenfalls 24 Stunden nach Injektion Aufnahmen gemacht. Dazu fährt die Gamma-Kamera Sie einmal von Kopf bis Fuß ab und im Anschluss daran werden Einzelaufnahmen von Thorax und Abdomen gemacht.

Wie wird die Untersuchung vertragen?

Wie alle Arzneimittel kann LeukoScan Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. In seltenen Fällen wurde über Nebenwirkungen berichtet. Dazu gehören ein leichter Anstieg der Anzahl bestimmter weißer Blutzellen, Eosinophilen genannt und Hautausschlag.

Der Antikörperanteil des LeukoScans kann es unter Umständen eine schwerwiegende allergische Reaktion hervorrufen. Sie werden daher für kurze Zeit nach der Verabreichung des Arzneimittels unter Beobachtung stehen.

Falls Sie jemals LeukoScan oder ein anderes Präparat aus Maus-Antikörpern erhalten haben, informieren Sie uns vor der Untersuchung.

Ein Einfluss auf das Autofahren oder die Benutzung von Maschinen liegt nicht vor.

Ist die Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden?

Da die Substanz radioaktiv markiert ist, ist die Untersuchung mit einer (sehr kleinen) Strahlenbelastung verbunden (effektive Dosis: 8,0 mSv/750 MBq)

Muss man für die Untersuchung nüchtern sein?

Sie müssen für die Untersuchung nicht nüchtern sein.

Wann kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Wenn Sie schwanger sind, kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden, um die Leibesfrucht nicht zu gefährden. Bei stillenden Müttern kann die Untersuchung grundsätzlich durchgeführt werden. Hier ist jedoch eine Stillpause von mindestens 24 Stunden erforderlich.

Herz- Kreislaufsysteme

Myokardszintigraphie 

  • Stressuntersuchung (mit Fahrradergometrie oder Adenosin)
  • Ruheuntersuchung

Dauer: 2 - 5 Stunden

Vorbereitung: 4Stunden vor der Untersuchung nüchtern, Medikamenteund fettreiches Essen mitbringen, keine koffeinhaltigen und / oder alkoholischen Getränke während des gesamten Untersuchungstages


Die Myokardszintigraphie ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung der Durchblutung des Herzmuskels. Sie dient zur Beantwortung der Fragen, ob eine koronare Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße) vorliegt und ob eine Koronarangiographie (Herzkatheter-Untersuchung) erforderlich ist, oder ob diese dem Patienten erspart werden kann.

Nach einem abgelaufenen Infarkt kann die Myokardszintigraphie Hinweise auf weitere gefährdete Gebiete geben und zwischen einer Narbe oder Ischämie (Minderdurchblutung) unterscheiden.

Zuletzt ermöglicht sie eine nicht-invasive Therapie- und Verlaufskontrolle. Hier dient sie der Erfolgsbeurteilung einer medikamentösen Therapie, aber auch der Funktionsüberprüfung von dilatierten Herzkranzgefäßen oder von Stents und Bypässen.

Üblicherweise wird eine Myokardszintigraphie zunächst wie bei einem Belastungs-EKG unter einer fahrradergometrischen oder ersatzweise pharmakologischen Belastung des Herzens durchgeführt. Nach ausreichender Belastung wird ein Radiopharmakon injiziert. 45-90 Minuten später können dann Aufnahmen der Durchblutung des Myokards erstellt werden. Ist die Durchblutung unter Belastung regelrecht, ist die Untersuchung beendet. Eine Durchblutungsstörung des Herzens liegt dann nicht vor.

Zeigt sich hingegen eine Minderdurchblutung des Herzmuskels, schließt sich eine Ruheuntersuchung an, d.h. die Durchblutung des Herzmuskels unter Ruhebedingungen wird dargestellt. Die beiden Studien werden dann miteinander verglichen. Normalisiert sich die Durchblutung des Herzmuskels in Ruhe, so ist eine Herzkranzgefäßverengung, Bypassfehlfunktion oder anderweitige Durchblutungsstörung zu vermuten.

Eine besondere Vorbereitung auf die Myokardszintigraphie ist im Gegensatz zu vielen anderen Szintigraphien erforderlich! Sie müssen am Untersuchungstag nüchtern sein, dürfen keine koffeinhaltige Getränke und auch keine Herzmedikamente eingenommen haben. Sie sollten ein fetthaltiges Essen mitbringen und nach Aufforderung zu sich nehmen, damit die Darstellung der Herzdurchblutung durch die umgebenden Organen nicht gestört wird.

Eine Schwangerschaft muss bei Frauen im gebärfähigen Alter ausgeschlossen sein, nach Möglichkeit sollte nicht gestillt werden.

Was ist das Ziel der Untersuchung?
  • Darstellung der regionalen Durchblutung der Muskulatur der linken Herzkammer in Ruhe und unter Belastung.
Wann wird die Untersuchung veranlasst?
  • Verdacht auf Herzkranzgefäßverengungen
  • Überprüfung der Belastbarkeit und / oder Behandlungsbedürftigkeit
  • Kontrolle des Krankheitsverlaufes und Erfolgskontrolle der Behandlung
Wie können Sie sich auf die Untersuchung vorbereiten?
  • Absetzen folgender Medikamente nach Absprache mit dem Kardiologen: Kalzium-Antagonisten und Nitro-Präparate am Vortag sowie Beta-Blocker 2-3 Tage vorher
  • Am Untersuchungstag nüchtern erscheinen und keine Herzmedikamente einnehmen
  • Bitte bringen Sie eine fettreiche Mahlzeit (z.B. Wurstbrötchen oder Schokolade) zur Untersuchung mit 
Dauer der Untersuchung:
  • Belastungs- und Ruheaufnahme dauern jeweils 2-3 Stunden.
Untersuchungsablauf:
Belastungsaufnahme:
  • Erfragen der (kardiologischen) Krankheitsgeschichte (Anamnese)
  • Information zu Nebenwirkungen und Komplikationen sowie Einverständniserklärung
  • Fahrradergometrische Belastung mit EKG- und Blutdruckkontrolle
  • Injektion des radioaktiven Stoffes über eine Armvene bei Höchstbelastung (Injektion über eine Verweilkanüle)
  • Einnahme der mitgebrachten fettreichen Mahlzeit
  • ca. 45min nach Injektion Aufnahmen über ca. 30 Minuten Dauer
  • falls eine körperliche Belastung nicht möglich ist, besteht die Möglichkeit der medikamentösen Belastung mit Adenosin mit einer Infusion über 6 Minuten. Das weitere Vorgehen ist vergleichbar mit dem oben genanntem Ablauf
Ruheaufnahme:
  • Injektion des radioaktiven Stoffes in Ruhe
  • Einnahme der wieder mitgebrachten fettreichen Mahlzeit
  • 90min nach Injektion erneute Aufnahmen ca. 30 min.
  • Befundbesprechung; die schriftliche Befundmitteilung für den zuweisenden Arzt erfolgt schnellstmöglich 
Radiopharmakon / Applikationsform:
  • Tc-99m Myoview / Cardiolite / CardioSpect (250 – 1000 MBq)
  • Injektion in die Armvene
Strahlenexposition:
  • Bei Belastung und Ruhe: 5,0 mSv

Magen- Darmtrakt

Die Seite wird zur Zeit überarbeitet. Weitere Informationen in Kürze.
Ihr Praxis-Team

Nervensystem

DaTSCAN

Dauer: 3 - 6 Stunden

Vorbereitung: Vorgespräch, Liste der einzunehmenden Medikamente mitbringen


Beim Morbus Parkinson gehen Nervenzellen (med. Neurone) in der so genannten  Substantia nigra  im  Mittelhirn  zugrunde. Beim Gesunden  senden  diese  Zellen  so  genannte Nervenfasern (med. Axone)  zum  „Streifenkörper“ (med. Corpus  striatum oder kurz Striatum). Dort  übertragen sie ihre Informationen über elektro-chemische Kopplungen von der präsynaptischen Seite über einen mikroskopisch kleinen Spalt (med. Synapse) auf die postsynaptische, die zur nächsten Nervenzelle in den zentralen Hirnstrukture  des Striatum gehört.

Eine Vielzahl von Stammganglienerkrankungen zeigen nun ähnliche Symptome wie der Morbus Parkinson, nämlich Rigor, Tremor und Akinesie. Hierunter fallen z. B. Multisystematrophien (MSA), essentieller Tremor  (ET) und andere. Man fasst diese Erkrankungen daher unter dem Begriff der Parkinsonsyndrome zusammen. Andererseits ist bekannt, dass bei den verschiedenen Erkrankungen unterschiedliche Anteile der oben beschriebenen Signalübertragung betroffen sind.

Zeigen die verschiedenen Krankheitsbilder, die als Parkinsonsyndrome zusammengefasst werden, ähnliche Symptome, dann ist auch bei sorgfältiger neurologischer Untersuchung eine sichere Differentialdiagnose nicht immer möglich.

Eine sichere Diagnosestellung ist jedoch erforderlich, damit der Neurologe die am besten angepasste Therapie auswählen kann.

Gerade an dieser Stelle kann eine Bildgebung mit nuklear-medizinischen Methoden häufig in der Eingrenzung der zugrunde liegenden Erkrankung helfen.

Die Darstellung des präsynaptischen Dopamin-Transporters (DAT) mit einem Dopamin-Transporterliganden (DaTSCANTM) erlaubt, die Dichte der Dopamin-Transporter im präsynaptischen Anteil bildhaft darzustellen und damit zu unterscheiden, ob eine „organische“ Störung oder ein so genannter essentieller Tremor vorliegt. Bei einem normalen Ergebnis kann ein Parkinsonsyndrom mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von 97% ausgeschlossen und im Umkehrschluss von einem essentiellen Tremor ausgegangen werden.

Was ist der Zweck der Untersuchung?

Bei dieser Hirn-Szintigraphie kann die Funktionsfähigkeit bestimmter Nervenverbindungen (so genannter präsynaptischer Dopamin-Transporter) überprüft werden.

Was ist die Indikation für diese Untersuchung?

Die Untersuchung kann angezeigt sein bei der Abgrenzung von Parkinsonsyndromen (z. B. Morbus Parkinson, MSA, progressive supra-nukleare Blicklähmung PSP) vom essentiellen Tremor. Bei  einem normalen Ergebnis kann ein Parkinsonsyndrom zu 97% ausgeschlossen werden. Bei einem pathologischen Ergebnis kann eine Szintigraphie mit IBZM angeschlossen werden.

Wie ist der Ablauf der Untersuchung?

Ihnen wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz injiziert. Die Substanz reichert sich im Laufe von 3 Stunden in den zentralen Hirngebieten (dem so genannten Striatum) an. Nach etwa 3 Stunden werden Aufnahmen im Liegen durchgeführt. Sie erfolgen mit einem Gerät, das sich in ca. 45 Minuten langsam um Ihren Kopf dreht. Die Auswertung erfolgt nach Anfertigung aller Aufnahmen. Insgesamt sollten somit 5 Stunden für die Untersuchung eingeplant werden.

Wie wird die Untersuchung vertragen?

Die verwendeten Substanzen werden in der Regel gut vertragen, Nebenwirkungen (z. B. Kopfschmerzen, Schwindel, verstärkter Appetit) und allergische Reaktionen sind sehr selten.

Ist die Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden?

Da die Substanz (der Dopamin-Transporterligand) radioaktiv markiert ist, ist die Untersuchung mit einer (sehr kleinen) Strahlenbelastung verbunden. Sie ist etwa so groß wie die anderer radiologischer Untersuchungsverfahren, z. B. einer Computertomographie (3-5mSv).

Muß man für die Untersuchung nüchtern sein?

Sie müssen für die Untersuchung nicht nüchtern sein.

Können Medikamente die Untersuchung beeinträchtigen?

Einige Medikamente beeinflussen den Dopamin-Transporter. Fragen Sie vor der Untersuchung Ihren Neurologen, ob Medikamente eventuell abgesetzt werden müssen. Bringen Sie bitte zu der Untersuchung eine Liste aller Medikamente mit, die Sie einnehmen.

Wann kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Wenn Sie schwanger sind, kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden, um die Leibesfrucht nicht zu gefährden. Bei stillenden Müttern kann die Untersuchung grundsätzlich durchgeführt werden. Hier ist jedoch eine Stillpause von mindestens 4 Tagen erforderlich.

Schilddrüse

Schilddrüsendiagnostik

  • Anamnese
  • Ultraschall (Sonographie)
  • Laborwerte
  • Szintigraphie
  • Szintigraphie mit Mibi
  • Feinnadelpunktion (FNP)

Dauer: 1–2 Stunden

Vorbereitung: keine Vorbereitung notwendig

Anamnese:

Am Anfang der Schilddrüsen-Untersuchung steht die Anamnese. Hierbei werden einerseits die für den Patienten im Vordergrund stehenden Beschwerden aufgenommen. Es wird aber auch gezielt nach bestimmten Vorerkrankungen, Beschwerden und vorhergehender Behandlung gefragt.

Ultraschall (Sonographie):

Schon durch eine Ultraschalluntersuchung Ihrer Schilddrüse erhalten wir wertvolle Informationen zur Klärung des Krankheitsbildes. Neben der Größe der Schilddrüse stellen wir die Struktur des Schilddrüsengewebes fest und suchen gezielt nach Knoten.

Laborwerte:

Nach einer Blutentnahme schicken wir die Blutproben zu unserem praxiseigenem Labor. In diesem Speziallabor können wir neben den Schilddrüsenhormonen T3, T4 und dem schilddrüsenstimulierendem Hormon TSH verschiedene Entzündungswerte und Tumormarker bestimmen.

Szintigraphie:

Die Schilddrüsenszintigraphie erlaubt die Beurteilung der regionalen und globalen Funktion der Schilddrüse. Für diese Untersuchung wird Ihnen eine geringe Menge einer schwach radioaktiven Jod-ähnlichen Substanz (Tc-99m Pertechnetat) intravenös verabreicht. Bedingt durch eine kurze Halbwertszeit von sechs Stunden und einer Ausscheidung über den Urin ist die Substanz nach einem Tag fast vollständig verarbeitet und erzeugt insgesamt mit 0,9 mSv eine geringe Strahlendosis. Während der 15 minütigen Wartezeit reichert sich die Substanz je nach Funktion Ihrer Schilddrüse an. Im Anschluss bitten wir Sie zu einer fünfminütigen Aufnahme Ihrer Schilddrüse.

Szintigraphie mit Mibi:

Bei suspekten Schilddrüsenknoten ist eine weitere Abklärung erforderlich. Wenn Sie eine Feinnadelpunktion vermeiden möchten kann vorerst eine Szintigraphie mit Mibi durchgeführt werden. Je nach Ergebnis ist eine Punktion dann ggf. nicht mehr erforderlich.

Feinnadelpunktion (FNP):

Besteht nach den Voruntersuchungen weiterhin der Verdacht eines bösartigen Schilddrüsenknotens kann eine Punktion entsprechenden Schilddrüsengewebes durchgeführt werden. Dazu wird eine feine Nadel unter Ultraschallkontrolle an den suspekten Knoten geführt und eine Zellprobe zur histologischen Beurteilung entnommen.


Untersuchungsablauf:

Da die Schilddrüse direkt unter der Haut liegt, wird eine Feinnadelpunktion mit einer Spritze und Kanüle vorgenommen, die Sie von einer Blutentnahme kennen. Nach Desinfektion der Haut wird die feine Nadel durch die Haut in die Schilddrüse vorgeschoben. Unter sonographischer Kontrolle wird die feine Nadel nun in jenen Teil der Schilddrüse vorgeschoben, der untersucht werden soll. Nachdem mittels Ultraschall kontrolliert wurde, ob die richtige Stelle erreicht ist, wird aus diesem Gebiet durch die Nadel eine Probe aus Zellmaterial angesaugt. Nach Entfernen der Nadel genügt ein leichter Druck mit einem Wattetupfer über eine Zeitspanne von 20 Minuten auf die Punktionsstelle.

Skelett und Knochen

Knochenszintigraphie

Dauer: 3 - 6 Stunden

Vorbereitung: keine Vorbereitung notwendig


Die Skelettszintigraphie ist ein diagnostisches bildgebendes Verfahren, welches die Verteilung eines Radiopharmazeutikums in planarer und gegebenenfalls auch tomographischer Technik wiedergibt.

Bei der Ganzkörperskelettszintigraphie werden Aufnahmen des Achsenskeletts in anteriorer und posteriorer Sicht erstellt.

Die Teilkörperskelettszintigraphie bildet nur Abschnitte des Skeletts ab.

Die Knochen-SPECT erzeugt Schnittbilder einzelner Skelettabschnitte.

Die Mehrphasen-Skelettszintigraphie setzt sich üblicherweise aus Perfusions-, Blutpool- und Spätaufnahmen zusammen. Die Perfusionsuntersuchung stellt anhand einer raschen Folge planarer Szintigramme, die unmittelbar nach Injektion aufgezeichnet werden, den Blutfluss im interessierenden Körperabschnitt dar. Die Blutverteilung dieses Bereichs wird durch ein oder mehrere planare Szintigramme erfasst, die 2-5 Minuten nach Injektion aufgezeichnet werden. Alternativ bzw. ergänzend kann durch einen schnellen Ganzkörper-Scan auch die Verteilung des regionalen Blutvolumens im gesamten Körper erfasst werden.

Die Spätaufnahmen können sich auf interessierende Körperabschnitte oder aber das gesamte Skelett erstrecken. Sie werden 2-8 Stunden nach Injektion aufgezeichnet. Bei Bedarf können zusätzliche Spätaufnahmen bis 24 Stunden nach der Injektion erstellt werden.

Wann wird die Untersuchung veranlasst?

Da metabolische Veränderungen morphologischen Befunden üblicherweise vorausgehen, kann die Skelettszintigraphie pathologische Befunde oft früher entdecken als dies durch andere Untersuchungen (z.B. konventionelle Röntgenaufnahmen) möglich ist. Überdies erlaubt die Ganzkörperskelettszintigraphie eine Beurteilung des gesamten Skeletts.

Im folgenden wird eine unvollständige Liste klinischer Situationen wiedergegeben, in denen eine Skelettszintigraphie indiziert sein kann:

  • Maligne Tumoren und Metastasen
  • Unerkannte Frakturen
  • Osteomyelitis
  • Avaskuläre Nekrosen
  • Arthritiden
  • Algodystrophie (M. Sudeck)
  • Knocheninfarkte
  • Vitalität von Knochentransplantaten
  • Unklare Knochenschmerzen
  • Beurteilung des regionalen Knochenstoffwechsels vor einer Schmerztherapie mit osteotropen Radiopharmaka
Wie können Sie sich auf die Untersuchung vorbereiten?
  • mindestens einen Liter Flüssigkeit zwischen Injektion und Spätaufnahmen zu sich nehmen
  • vor Aufnahmebeginn die Harnblase entleeren
  • nach der Untersuchung noch für mindestens 24 Stunden reichlich trinken 
Notwendige Vorabinformation:
  • Fragestellung
  • Anamnese bezüglich Frakturen/Traumata, Osteomyelitis, Arthritis, Weichteilinfekte, Ödeme, maligne Tumoren, metabolische Knochenerkrankungen, Funktionsstörungen von Körperteilen
  • Aktuelle Symptome
  • Kurz zurückliegende nuklearmedizinische Untersuchungen
  • Befunde früherer Skelettszintigraphien
  • Befunde bildgebender Voruntersuchungen (z. B. konventionelles Röntgen, CT, MRT)
  • Frühere orthopädische oder nicht-orthopädische Operationen
  • Wichtige Laborergebnisse
  • Anatomische oder funktionelle Auffälligkeiten der Nieren 
Vorsichtsmaßnahmen/Kontraindikationen:
  • Bei Vorliegen einer Schwangerschaft ist die Skelettszintigraphie nicht grundsätzlich kontraindiziert. Die Indikationsstellung muss jedoch sehr streng erfolgen und auf einer individuellen Abwägung zwischen dem erwarteten Nutzen und dem theoretischen Strahlenrisiko durch die Untersuchung basieren.
  • Bei Frauen in der Stillphase sollte das Stillen für 48 Stunden unterbleiben.

Tumorleiden

MIBG-Scan

Dauer: Die Untersuchung kann über 2 Tage gehen; der Patient darf in der Zwischenzeit nach Hause

Vorbereitung: Vorgespräch


Der MIBG-Scan ist eine nuklearmedizinische Untersuchung zum Nachweis neuroendokriner Tumoren. J123-MIBG ist ein Noradrenalin-Analogon und wird in den chromaffinen Granula des Nebennierenmarks gespeichert. J123-MIBG wird durch zwei unterschiedliche Mechanismen zellulär aufgenommen. Bei der Typ 1 Aufnahme handelt es sich um einen aktiven von Energie und Natriumkonzentration abhängigen Prozess mit einer hohen Affinität aber einer geringen Kapazität. Bei derTyp 2 Aufnahme handelt es sich um eine passive Diffusion, die von der Natriumkonzentration unabhängig ist und keine Sättigung zeigt.

Was ist die Indikation für diese Untersuchung?

Mittels der Nebennierenmarks-Szintigraphie mit J123-MIBG können Tumoren des Nebennierenmarks untersucht werden. Im Nebennierenmark werden die sogenannten Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin synthetisiert. Die vom Nebennierenmark ausgehenden Tumoren sind überwiegend bösartig (Neuroblastom, Phäochromozytom)

Wie ist der Ablauf der Untersuchung?

Es wird eine geringe Menge an 123J-meta-Jodobenzylguanidin (MIBG) injiziert. Nach etwa 4 und 24 Stunden werden Ganzkörper-Aufnahmen im Liegen durchgeführt. Dazu fährt die Gamma-Kamera Sie einmal von Kopf bis Fuß ab und im Anschluss daran werden Einzelaufnahmen von Thorax und Abdomen gemacht.

Wie wird die Untersuchung vertragen?

Als Nebenwirkungen der Untersuchung können Tachykardie , Palpitationen und ein vorübergehender Blutdruckanstieg auftreten. Desweiteren können Überlkeit , Erbrechen, Diarrhoen und Bauchkrämpfe beobachtet werden.

Ist die Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden?

Da die Substanz radioaktiv markiert ist, ist die Untersuchung mit einer (sehr kleinen) Strahlenbelastung verbunden (effektive Dosis: 4.8 mSv/370 MBq)

Muss man für die Untersuchung nüchtern sein?

Sie müssen für die Untersuchung nicht nüchtern sein.

Wann kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Wenn Sie schwanger sind, kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden, um die Leibesfrucht nicht zu gefährden. Bei stillenden Müttern kann die Untersuchung grundsätzlich durchgeführt werden. Hier ist jedoch eine Stillpause erforderlich.


OctreoScan

Dauer: Die Untersuchung kann über 3 Tage gehen; der Patient darf in der Zwischenzeit nach Hause

Vorbereitung: Vorgespräch, Sandostatin 24 Stunden vor der Injektion absetzen


Hormonell aktive (symptomatische) gastro-entero-pankreatische (GEP-)-Tumore können mit bildgebenden Verfahren wie Sonographie, Endoskopie, CT oder MRT schwer nachweisbar sein.

Da die meisten GEP-Tumoren an Ihrer Zelloberfläche Somatostatinrezeptoren exprimieren, können sie mit der Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie lokalisiert werden.

Was ist die Indikation für diese Untersuchung? 
  • Lokalistaionsdiagnostik bei GEP-Tumoren (z.B.: Karzinoid, Gastrinom, Insulinom)
  • Differentialdiagnose von Meningeom versus Neurinom
  • C-Zellkarzinom der Schilddrüse
  • Merkelzelltumor der Haut
  • Aktivitätsbestimmung bei endokriner Orbitopathie
Wie ist der Ablauf der Untersuchung?

Es wird eine geringe Menge In-111-Octreotid injiziert. Nach etwa 4 und 24 Stunden, eventuell auch 48 Stunden, werden Aufnahmen im Liegen durchgeführt. Dazu fährt die Gamma-Kamera Sie einmal von Kopf bis Fuß ab und im Anschluss daran werden Einzelaufnahmen von Thorax und Abdomen gemacht.

Wie wird die Untersuchung vertragen?

Die verwendeten Substanzen werden in der Regel gut vertragen, Nebenwirkungen (z. B. Kopfschmerzen, Schwindel, verstärkter Appetit) und allergische Reaktionen sind sehr selten.

Ist die Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden?

Da die Substanz radioaktiv markiert ist, ist die Untersuchung mit einer (sehr kleinen) Strahlenbelastung verbunden (effektive Dosis: 0,054 mSv/MBq)

Muss man für die Untersuchung nüchtern sein?

Sie müssen für die Untersuchung nicht nüchtern sein.

Können Medikamente die Untersuchung beeinträchtigen?
  • Sandostatin 24 h vor Injektion absetzen
  • Vor Aufnahmen Blase entleeren
Wann kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Wenn Sie schwanger sind, kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden, um die Leibesfrucht nicht zu gefährden. Bei stillenden Müttern kann die Untersuchung grundsätzlich durchgeführt werden. Hier ist jedoch eine Stillpause von mindestens 7 Tagen erforderlich.

Urogenitalsystem

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Sonstige

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